Gerald Resch: Gesten
(2002)
for

instrumentalist at premiere:
Florian Bartussek, Violine / Dorothea Guschlbauer, Violoncello
Premiere:
Mittersill, St. Anna-Kirche, 21. 09. 2002
 
"Wenn mir jemand in den Arm sticht und ich ihn mit einer kodifizierten Geste hochreiße, wird der Prozeß mit Bedeutung aufgeladen. Durch meine Geste entreiße ich den Schmerz seinem absurden, bedeutungslosen und 'natürlichen' Kontext …Wesentlich ist die Artikulation des Schmerzes, sein symbolischer Ausdruck den anderen gegenüber. Eben dieser symbolische Aspekt, und nicht die 'reale' Anwesenheit oder Abwesenheit des dargestellten Schmerzes, macht aus der Geste eine artifizielle Stimmung … Eben dieser erschwindelte, darstellende, symbolische Charakter der Gestimmtheit, eben diese 'Artifizialität' verleiht den Stimmungen (seien sie real oder imaginär) und damit dem Leben Bedeutung … die Gestimmtheit 'vergeistigt' die Stimmungen durch deren Formalisierung in symbolischen Gesten." (Vilém Flusser, Gesten. Frankfurt 1994)
 
article by Vilém Flusser
 
Last change: 12/08/2004